Mein Engagement

Ich sehe meine Hauptaufgabe als Philosophin darin, Wissen zu sammeln und aufzubereiten, neue Ideen zu entwickeln und meine Gedanken in die Welt zu tragen. Ich tue, was Philosophen halt so tun – ich ergründe die Welt, stelle Gewohntes infrage, analysiere konkrete oder abstrakte Probleme und teile die Ergebnisse meines Denkens mit anderen Menschen. Ich lerne, unentwegt, in jedem Moment meines Lebens. Philosophie ist eine sehr stille, unsichtbare Tätigkeit, weil man viel Zeit mit seinen Gedanken verbringt und überhaupt nur einen kleinen Teil davon schriftlich oder mündlich weitergibt. Viel denken, wenig sagen – das ist fast schon so etwas wie eine „Berufsbeschreibung“.

Die praktische Umsetzung theoretischer Überlegungen fällt nicht unbedingt in den  Zuständigkeitsbereich eines Philosophen. Aber manche Denksysteme, so wie meines, haben einen so klar praktischen Bezug, dass man sich unglaubwürdig machen würde, wenn man sie nicht selbst umsetzen würde. Deswegen ist meine zweite Aufgabe, das zu leben, was ich denke. Das tue ich, nach bestem Wissen und Gewissen. Ich bemühe mich um einen ehrlichen, offenen Umgang mit mir selbst und mit anderen Menschen. Ich übernehme Verantwortung für mich und meine Entscheidungen. Ich lebe achtsam. Ich unterstütze und helfe Menschen, wenn ich kann. Ich folge meinen Idealen, um mir selbst und anderen zu beweisen, dass eine Welt, wie ich sie mir vorstelle, möglich ist.

Zusätzlich gibt es ein paar Bereiche, in denen ich mich noch gezielter (und sichtbarer) engagiere. Im Moment sind das folgende Bereiche:

Hochsensibilität

Ich bin hochsensibel, d. h. ich verfüge über eine überdurchschnittlich feine und intensive Wahrnehmung. Diese Eigenschaft teile ich mit etwa 15-20 % der Gesamtbevölkerung, wobei sich allerdings nur ein Bruchteil dessen bewusst sein dürfte. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Hochsensibilität schnell zur Belastung werden kann, weil die Bedingungen in unserer Gesellschaft für Hochsensible alles andere als ideal sind. Nicht wenige Hochsensible leiden unter Reizüberflutung, Leistungs- und Anpassungsdruck und sozialer Kälte, aber am meisten wohl unter ihren Ansprüchen an sich und an andere. Ich habe mich 2013 dazu entschieden, mich für Hochsensible zu engagieren und bin seither Kontaktperson des deutschlandweit aktiven Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität (IFHS) e. V. für Halle (Saale). In dieser Funktion bin ich regionale Ansprechpartnerin für Fragen rund um das Thema Hochsensibilität und organisiere einen Gesprächskreis für Hochsensible, der sich einmal im Monat trifft.

Begleitung von Gefangenen

Ich bin davon überzeugt, dass Straftaten in unserer Gesellschaft fast ausschließlich von Menschen begangen werden, die in ihrer Kindheit auf die eine oder andere Art und Weise emotional beschädigt wurden oder zumindest nicht gelernt haben, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen. In unserem Justizsystem wird das aus verschiedenen Gründen ungenügend berücksichtigt. Es fehlt vor allem an geschultem Personal, aber auch an psychologischem Verständnis und politischem Interesse. Da ich der Auffassung bin, dass Opferschutz auch die Heilung und Resozialisierung von Tätern umfasst, engagiere ich mich in diesem Bereich. Seit 2016 pflege ich Briefkontakte mit Gefangenen aus dem Straf- und Maßregelvollzug und begleite sie durch ihre Haft und z. T. auch darüber hinaus. Seit 2018 bin ich außerdem ehrenamtlich für die JVA Halle aktiv.

Inklusion

Ich halte es für ein zentrales Kennzeichen einer humanistischen Gesellschaft, dass jeder Mensch so angenommen wird wie er ist, seinen Weg gehen kann und Unterstützung bekommt, wenn er Unterstützung benötigt. Das gilt für jeden, aber v. a. für Menschen, die besonderen Hilfebedarf haben, wie Menschen mit Behinderungen oder psychischen Leiden. Mit meiner Angststörung bin ich selbst betroffen und weiß, wie problematisch das Thema Inklusion in der Praxis noch immer ist. Ich bin daher Mitglied des Arbeitskreises Inklusion des Studierendenrates der Uni Halle, der sich für die Interessen von Studenten einsetzt, die aufgrund einer Behinderung, chronischen Krankheit, psychischen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung nicht im vorgegebenen Rahmen studieren können.

Des Weiteren unterstütze ich aktiv oder passiv folgende Organisationen, Vereine, Parteien und Initiativen:

WWF Deutschland

Greenpeace Deutschland

Ornithologische Arbeitsgemeinschaft M.V.
Bündnis Grundeinkommen
Portal für Raupen und Schmetterlinge (Privatprojekt)

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