Mein Engagement

Ich sehe meine Hauptaufgabe als Philosophin darin, Wissen zu sammeln und aufzubereiten, neue Ideen zu entwickeln und meine Gedanken in die Welt zu tragen. Die praktische Umsetzung theoretischer Überlegungen fällt nicht unbedingt in den  Zuständigkeitsbereich eines Philosophen, aber manche Denksysteme, so wie meines, haben einen so klar praktischen Bezug, dass man sich unglaubwürdig machen würde, wenn man sie nicht selbst umsetzen würde. Deswegen ist es ein wichtiger Teil meines Selbstverständnisses, das zu leben, was ich denke. Das tue ich, nach bestem Wissen und Gewissen. In meinem Alltag bemühe ich mich um einen ehrlichen, offenen Umgang mit mir selbst und mit anderen Menschen, übernehme Verantwortung für mich und meine Entscheidungen, lebe achtsam und unterstütze und helfe Menschen, wenn ich kann. Außerdem gibt es ein paar gesellschaftliche Bereiche, in denen ich mich gezielt engagiere. Im Moment sind das folgende Bereiche:

Hochsensibilität

Ich bin hochsensibel, d. h. ich verfüge über eine überdurchschnittlich feine und intensive Wahrnehmung. Diese Eigenschaft teile ich mit etwa 15-20 % der Gesamtbevölkerung, wobei sich allerdings nur ein Bruchteil dessen bewusst sein dürfte. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Hochsensibilität schnell zur Belastung werden kann, weil die Bedingungen in unserer Gesellschaft für Hochsensible alles andere als ideal sind. Nicht wenige Hochsensible leiden unter Reizüberflutung, Leistungs- und Anpassungsdruck und sozialer Kälte, aber am meisten wohl unter ihren Ansprüchen an sich und an andere. Ich habe mich 2013 dazu entschieden, mich für Hochsensible zu engagieren und bin seither Kontaktperson des deutschlandweit aktiven Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität (IFHS) e. V. für Halle (Saale). In dieser Funktion bin ich regionale Ansprechpartnerin für Fragen rund um das Thema Hochsensibilität und organisiere einen Gesprächskreis für Hochsensible, der sich einmal im Monat trifft.

Begleitung von Gefangenen

Ich bin davon überzeugt, dass Straftaten in unserer Gesellschaft fast ausschließlich von Menschen begangen werden, die in ihrer Kindheit auf die eine oder andere Art und Weise emotional beschädigt wurden oder zumindest nicht gelernt haben, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen. In unserem Justizsystem wird das aus verschiedenen Gründen allerdings wenig berücksichtigt und viele Gefangene bleiben – zumindest psychologisch – weitgehend sich selbst überlassen. Deswegen und weil ich der Auffassung bin, dass Opferschutz auch die Heilung und Reintegration von Tätern umfasst, engagiere ich mich in diesem Bereich. Seit 2016 begleite ich Gefangene durch ihre Haft und z. T. auch darüber hinaus. 2017 habe ich auf diese Weise auch meinen Mann kennengelernt, den ich seither auf seinem Weg zurück in die Freiheit und in ein besseres Leben begleite.

Inklusion

Ich halte es für ein zentrales Kennzeichen einer humanistischen Gesellschaft, dass jeder Mensch so angenommen wird wie er ist, seinen Weg gehen kann und Unterstützung bekommt, wenn er Unterstützung benötigt. Das gilt für jeden, aber v. a. für Menschen, die besonderen Hilfebedarf haben, wie Menschen mit Behinderungen, chronischen Krankheiten oder psychischen Leiden. Mit meiner Angststörung bin ich selbst betroffen und weiß, wie problematisch das Thema Inklusion in der Praxis noch immer ist. Ich bin daher Mitglied und Sprecherin des Arbeitskreises Inklusion des Studierendenrates der Uni Halle, der sich für die Interessen von Studierenden einsetzt, die aufgrund einer Behinderung, chronischen Krankheit, psychischen Störung oder sonstigen Beeinträchtigung nicht im vorgegebenen Rahmen studieren können.


Des Weiteren unterstütze ich folgende Organisationen, Vereine, Parteien und Initiativen:

WWF Deutschland

Greenpeace Deutschland

Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern
Bündnis Grundeinkommen
Aufruf zum Leben
Friedenskreis Halle